3D-Kamera vor Monitor mit farbiger Punktwolke und Softwareoberfläche

Einrichten der Nion-3D-Kamera im IDS peak Cockpit

Erste Schritte mit Nion

1. Einleitung

Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie die Nion 3D ToF-Kamera im IDS peak Cockpit einrichten. Er beschreibt die Betriebsmodi, die Optimierung der Daten und die Workspace-Kalibrierung.

Anweisungen zur Installation der Kamera und zur Einrichtung im Netzwerk finden Sie im Nion Kamerahandbuch.

2. Einstellung des Arbeitsbereichs und der Betriebsmodi

2.1 Arbeitsbereich einrichten

Um die Genauigkeit der Tiefendaten zu optimieren, nutzt die Kamera verschiedene Betriebsmodi, die eindeutige Messbereiche definieren.

Arbeitsbereich 0 bis 750 mm mit korrekter und falscher Erkennung
Nur Abstände zu Objekten oder Oberflächen innerhalb des ausgewählten Messbereichs sind gültig. Für die Optimierung Ihrer Szene stehen mehrere eindeutige Messbereiche zur Auswahl.
Erweiterter Bereich bis 1500 mm mit zwei erkannten Objekten
Für gute Ergebnisse wählen Sie den passenden Betriebsmodus in der Kamera aus. Vermeiden Sie Messungen am Rand des Arbeitsbereichs.

2.2 Den passenden Modus für Ihre Anwendung auswählen

Nutzen Sie die Tabellen für Betriebsmodi und Genauigkeit im Nion Datenblatt, um die optimale Konfiguration für Ihre Anwendung zu ermitteln. Achten Sie dabei auf folgende Punkte:

  • Eindeutiger Messbereich – der eingestellte Messbereich muss größer sein als der Abstand zu dem am weitesten entfernten Objekt oder zur entferntesten Oberfläche.
  • Belichtungszeit – nutzen Sie hohe Belichtungszeiten für möglichst zuverlässige Datenqualität. Kleinere Belichtungszeiten, um Bewegungsartefakte bei schnell bewegten Objekten zu reduzieren
  • Räumliche Auflösung – nutzen Sie Betriebsmodi mit Quad VGA Auflösung (1,2 MP), um hohe Datendichte zu erhalten.
  • Genauigkeit
  • Präzision

2.3 Betriebsmodus konfigurieren

  • So konfigurieren Sie den Betriebsmodus im IDS peak Cockpit:
Button zum Speichern und Laden von Parametern in der Oberfläche
  • Wählen Sie das „Parameter (User)Set“ mit dem gewünschten Betriebsmodus im Dropdown-Menü aus:
Auswahl des Kameraparametersatzes
  • Hier im Bereich UserSets können Sie Ihre Einstellungen in der Kamera oder in einer *.cset Datei auch speichern. Sie können auch die Standard-Startparameter festlegen.

3. Daten optimieren

3.1 Intensitätsbild optimieren

Optimieren Sie die 3D-Daten, indem Sie die Einstellungen für das Intensitätsbild gezielt anpassen. Stellen Sie Belichtung und analoge Verstärkung so ein, dass eine ausreichende Helligkeit erreicht wird und Sättigung im Bild vermieden oder minimiert wird.

  • So richten Sie das Intensitätsbild ein:
Button für Helligkeit und Bildrate als auswählbarer Parameter
  • Passen Sie exposure und analog gain an:
Regler für Belichtungszeit mit aktuellem Wert von 0,499 ms
Regler für analoge Verstärkung mit eingestelltem Wert 2,63
  • Nutzen Sie die Histogramm Anzeige, um die Helligkeit zu prüfen und zu optimieren
  • Digital gain kann die Bildhelligkeit erhöhen, ohne die 3D-Daten zu beeinflussen. Eine gewisse Sättigung ist hier tolerierbar.
  • Gamma-Korrektur kann den Dynamikumfang des angezeigten Intensitätsbildes strecken. Das beeinflusst die 3D-Daten ebenfalls nicht.
  • So passen Sie Gamma an:
Menüpunkt für Host-Funktionen innerhalb der Benutzeroberfläche
Gamma-Einstellung mit sichtbarem Wert 2,08 im Bedienfeld
  • Wenn das Intensitätsbild korrekt eingestellt ist, deaktivieren Sie diese Bildkomponente. Dadurch reduzieren Sie die Übertragungsbandbreite.

3.2 Confidence Map aktivieren und nutzen

Die „Confidence Map“ hilft bei der weiteren Optimierung der Daten. Sie zeigt farbig, wie zuverlässig jeder Punkt im Bild ist. Standardmäßig ist diese Bildkomponente deaktiviert, um Bandbreite zu sparen.

  • So aktivieren Sie die Confidence Map:
Navigationspunkt für Host-Funktionen in der Software
  • Wählen Sie Confidence in der Liste der Bildkomponenten aus.
Auswahl des Image-Komponentenmodus mit aktivierter Confidence-Option
  • Und aktivieren Sie die Komponente mit dem Toggle-Schalter. Stoppen Sie vorher den Bildeinzug, falls der Toggle-Schalter nicht aktiv (nutzbar) ist.
Farbige Konfidenzkarte mit zentralem roten Bereich und grünen Rändern
Beispiel Confidence Map einer flachen Oberfläche mit der Farbtabelle „Jet“.
Auswahl der Farbdarstellung mit Jet-Farbskala im Dropdown-Menü
Farben nahe Rot bedeuten höhere Zuverlässigkeit. Farben nahe Blau stehen für weniger zuverlässige Datenpunkte.
  • Nutzen Sie exposure und analog gain, um die Confidence Map anzupassen und die Daten zu optimieren

3.3 Spezielle Nion-Parameter

Für die Optimierung der 3D-Daten stehen zusätzliche Parameter zur Verfügung:

Noise Filter

Dieser „Glättungsfilter“ füllt Lücken in den 3D-Daten und reduziert verrauschte Punkte

Confidence Threshold

Filtert Punkte mit niedriger Zuverlässigkeit im Tiefenbild heraus

Flying Pixel Threshold

Filtert Punkte heraus, die im Tiefenbild zwischen zwei Ebenen „schweben“

  • So passen Sie diese Parameter an:
Bereich für generische Parameter innerhalb der Softwareoberfläche
  • Stellen Sie Visibility auf Expert oder Guru ein:
Suchleiste mit Auswahl Guru und Eingabe scan 3D
  • Geben Sie „Scan 3D“ in die Suchleiste ein, um die relevanten Parameter zu filtern
  • Aktivieren Sie auf den gewünschten Parameter und stellen ihn mit Slider oder über die Eingabefelder ein. Nutzen Sie die Datenanzeige als Rückmeldung.
  • Sie können für diese Parameter einen eigenen Dialog erstellen. Nutzen Sie dafür Select Parameters und Apply Parameter Selection.
Icon zum Anwenden von Einstellungen mit Häkchen-Symbol

4. 3D-Datendarstellung

4.1 Farbige Abbildung

Die 3D Colourmap hilft, die 3D-Daten zu visualisieren. Farben stehen für Abstand oder Höhe. Über die Min- und Max-Werte passen Sie die Colourmap so an, dass sie nur den relevanten Tiefenbereich abbildet. Das erhöht den Kontrast der Daten.

Tiefenkarte mit blauer Fläche und Objektkonturen in geringem Kontrast
Tiefenkarte mit Colourmap über den gesamten Tiefenbereich
Tiefenkarte mit klar hervorgehobenen Objekten in grün und gelb
Tiefenkarte mit begrenzter Colourmap nur für den relevanten Tiefenbereich
  • So passen Sie diese Parameter an:
Tab Einstellungen 3D mit Würfelsymbol in der Oberfläche
  • Wählen Sie die gewünschte 3D Colourmap
  • Setzen Sie min (near) [mm] auf den nächstgelegenen Punkt im relevanten Bereich
  • Setzen Sie max (far) [mm] so, dass auch alle relevanten entfernten Punkte im Arbeitsbereich enthalten sind

4.2 3D-Daten-Schwellenwert

Sie können 3D-Daten auch direkt in der Punktewolke filtern, um die Anzahl der Punkte für die Verarbeitung zu reduzieren. Wenn Sie den Hintergrund nicht benötigen, können Sie ihn entfernen.

  • So passen Sie diese Schwellwerte an:
3D-Einstellungsbereich mit Würfelsymbol im Menü
  • Stellen Sie Threshold Z min [mm] und Threshold Z max [mm] entsprechend den Einstellungen für den minimalen und maximalen Farbbereich ein
Punktwolke eines Objekts mit körniger Oberfläche und blauer Umgebung
Vollständige Punktewolke inklusive Hintergrund
Freigestellte Punktwolke ohne Hintergrund mit feinen Strukturen
Gefilterte Punktewolke ohne Hintergrund

5. Kalibrierung des Arbeitsbereichs

Wenn Sie die Koordinaten auf eine andere Referenzebene transformieren möchten, nutzen Sie den „Workspace Calibration Wizard“.

Sensor mit definiertem Arbeitsabstand von 750 mm
Werkseitige Kamerakoordinaten
Sensoren mit alternativen Messbereich und Abständen in mm
Alternative Koordinaten
  • So ändern Sie die 3D-Koordinaten:
Tab Kalibrierung mit Symbol für Kalibrieroptionen
  • Befolgen Sie die Schritte im Assistenten, um die Koordinatentransformation abzuschließen.
  • Die Kalibrierungseinstellungen für den Arbeitsbereich können zur späteren Verwendung in einer Datei gespeichert oder aus einer Datei geladen werden.