Kamera an beleuchteter Inspektionsstation; darunter Werkzeug‑Tray zur Prüfung

KI‑gestützte Qualitätskontrolle: Flexibles, intuitives Inspektionssystem für visuelle Prüfprozesse

Flexible KI‑Inspektion

Die Qualitätskontrolle steht heute stärker denn je unter Druck: Sie muss flexibel, präzise und wirtschaftlich arbeiten. Branchen wie Automobil, Maschinenbau oder Elektronikfertigung prüfen eine wachsende Vielfalt an Bauteilen – häufig unter wechselnden Bedingungen und mit minimaler Zeit für komplexe Integrationen. Die Inspektionslösung von preML setzt genau hier an. Sie ist schnell integrierbar, intuitiv zu bedienen und ermöglicht selbst Anwendern ohne Bildverarbeitungswissen, KI‑gestützte Prüfmodelle zu erstellen. Ihr modularer Aufbau bewährt sich sowohl bei Elektronikbaugruppen als auch bei Kunststoffteilen und vielen weiteren industriellen Anwendungen. Das System wird als kompletter, modularer Bausatz geliefert – mit Kamera, Beleuchtung, Edge‑Computing und vorinstallierter Software. Es ist damit eine echte Plug‑and‑Play‑Lösung für die industrielle Qualitätskontrolle.

Im Zentrum des Systems steht die IDS‑Industriekamera uEye XC. Ihr 13 Megapixel‑Sensor liefert detailreiche Bilder, der Autofokus sorgt für konstante Schärfe – auch bei wechselnden Bauteilhöhen, variablen Arbeitsabständen oder unterschiedlichen Oberflächen.

Beleuchtete Inspektionsstation mit Oberlichteinheit; Behälter mit Bauteilen
Prüfstation in Produktionsumgebung

Praxisnahe Inspektion – vom Kunststoffteil bis zur Leiterplatte

Im Live‑Betrieb der preML Vision Lab Software erfasst die uEye XC beispielsweise einen Kunststoffdübel und prüft ihn automatisch auf Abweichungen. Prüfmodelle lassen sich direkt am Gerät anlegen, verwalten und in Echtzeit auswerten.

Monitor: preML‑Software erkennt und markiert Abweichung an Kunststoffdübel
Automatisierte Qualitätskontrolle eines Kunststoffdübels mit der IDS uEye XC und preML Vision Lab: Prüfmodell und Ergebnisdarstellung in der Live-Ansicht.

Ein praktisches Beispiel liefert die Elektronikfertigung: Die TOP Thomas Preuhs GmbH nutzt das flexible Inspektionssystem für die Kontrolle manuell bestückter Leiterplatten. Die Kombination aus leistungsfähiger Kameratechnik und KI‑basiertem Prüfmodell erschließt einen neuen Automatisierungsgrad, bei minimalem Bedienaufwand. David Fehrenbach, Gründer von preML, betont die einfache Nutzung: „Unsere Lösung schließt eine entscheidende Marktlücke. Erstmals kann Fachpersonal ohne Kenntnisse in Bildverarbeitung oder KI visuelle Qualitätsinspektionen selbstständig, intuitiv und direkt am Gerät anlernen, verwalten und durchführen.“

uEye XC – Bildqualität und Bedienkomfort

Die uEye XC vereint die Handhabung einer Webcam mit der Zuverlässigkeit einer Industriekamera. Eine einzige Kabelverbindung genügt für Installation und Inbetriebnahme – ein Vorteil in Fertigungsumgebungen, in denen Anlagen häufig umgerüstet oder erweitert werden. Im Inneren arbeitet der 13 MP‑Sensor AR1335 von onsemi, der hochauflösende Bilder für verlässliche Fehlererkennung liefert. Der Autofokus stellt automatisch scharf und hält die Bildqualität konstant, selbst bei variierenden Objektabständen.

Jürgen Hejna, Product Manager 2D Machine Vision bei IDS, beschreibt es so: „Die uEye XC ist für Anwender gemacht, die ohne großen Integrationsaufwand verlässliche Bildqualität benötigen. Die Autofokus‑Kamera stellt automatisch scharf und ermöglicht eine perfekte Distanzeinstellung. Ihr Sensor liefert 20 fps bei voller Auflösung und meistert dank BSI‑Technologie auch wechselnde Lichtverhältnisse.“ Eine schnell wechselbare Makro‑Aufsatzlinse erweitert den Einsatz im Nahbereich: Sie reduziert die minimale Objektdistanz und ermöglicht die präzise Erfassung kleiner Strukturen, von Leiterbahnen über Materialdefekte bis hin zu geometrischen Abweichungen. Funktionen wie Digitalzoom, Auto‑Whitebalance und Farbkorrektur unterstützen zuverlässige Detailprüfungen.

Edge‑Computing‑Modul mit uEye XC und Verkabelung, von oben durch Öffnung
uEye XC Autofokus-Kamera und Edge‑Komponenten

„Je nach Inspektionsanforderung können bis zu vier uEye XC Kameras pro System eingesetzt werden, um mehrseitige Prüfprozesse, komplexe Geometrien oder kombinierte Oberflächen‑ und Detailinspektionen abzubilden“, erklärt David Fehrenbach.

„Die uEye XC passt perfekt zu unserer Systemphilosophie: Sie liefert automatisch Bilder, ohne dass unsere Anwender mit optischen Parametern kämpfen müssen.“

— David Fehrenbach, Gründer von preML —
uEye XC blickt durch Öffnung nach unten; integrierte Beleuchtung sorgt für Gleichlicht
uEye XC Kamera in Prüfstation integriert

Software & Edge‑Computing – No‑Code, autark, in Minuten einsatzbereit

Das System wird mit einer kompakten Edge‑Computing‑Einheit ausgeliefert. Sie arbeitet vollständig autark, benötigt keine Internetverbindung und ist daher ideal für abgeschottete Produktionsumgebungen. Die vorinstallierte Software preML Vision Lab läuft als Webapplikation direkt auf dem Gerät. Sie ist als No‑Code‑Lösung konzipiert und ermöglicht das Anlernen und Ausführen von Prüfmodellen ohne Programmierkenntnisse. Modelle lassen sich in wenigen Minuten an neue Produkte anpassen, was besonders in variantenreichen Fertigungen Zeit spart.

Einsatz bei TOP: Qualitätskontrolle ohne Expertenwissen

Bei der TOP GmbH & Co. KG wird das System zur Inspektion manuell bestückter Leiterplatten verwendet – einem Umfeld, in dem Variantenvielfalt, unterschiedliche Oberflächen und wechselnde Beleuchtungssituationen üblich sind. „Seit über zwei Jahrzehnten montiert TOP Komponenten und Endgeräte aller Art, von Prototypen bis zu Klein‑ und Großserien. Die Produktion folgt den Prinzipien der Lean Production. Viele Baugruppen entstehen in Handarbeit, gefolgt von einer induktiven Lötung. Weil TOP für höchste Qualität steht, werden alle gefertigten Teile einer 100-Prozent-Prüfung unterzogen. Dafür setzt das Unternehmen unter anderem das System der preML GmbH ein“, erklärt Emil Kurowski, TOP-Geschäftsführer.

Die Lösung lässt sich in wenigen Minuten auf neue Produkte anpassen; Prüfmodelle können ohne Programmierkenntnisse erstellt und erweitert werden. Fehrenbach erläutert: „Unsere Lösung vereint das Beste aus zwei Welten: die Leistungsfähigkeit schlüsselfertiger Inspektionssysteme mit der Flexibilität individuell anpassbarer Softwarefunktionen. Gleichzeitig überzeugt sie mit der Bedienlogik und Wirtschaftlichkeit einer Smart‑Kamera.“

Marktentwicklung: Flexibilität, Wirtschaftlichkeit, Eigenständigkeit

„Der Markt bewegt sich klar in Richtung mehr Flexibilität und Eigenständigkeit – weg von starker Integratorabhängigkeit“, so Fehrenbach. Diese Entwicklung spüren viele Fertigungsbetriebe deutlich: Sie wollen Systeme, die sich ohne externe Spezialisten anpassen lassen, schnell umstellbar sind und wirtschaftlich betrieben werden können. Gleichzeitig steigt der Preisdruck durch eine wachsende Vielfalt verfügbarer Lösungen, wodurch kurze Einführungszeiten und geringe Integrationskosten an Bedeutung gewinnen. Das modulare preML‑System greift diese Anforderungen auf und bietet eine entsprechend hohe Anpassungsfähigkeit.

Damit eröffnet das System nicht nur neue Möglichkeiten für heutige Prüfprozesse. Es schafft auch die Grundlage für künftige, noch flexiblere Inspektionslösungen von automatisierten Serienprüfungen bis zu vollständig selbstlernenden Qualitätskontrollen. Ein nächster Entwicklungsschritt ist die Integration in Robotik‑ und Automatisierungslösungen, um Prüfprozesse weiter zu vernetzen und vollständig zu automatisieren.

preML GmbH

Logo preML

Die preML GmbH ist ein KI‑Startup aus Lahr, spezialisiert auf automatisierte visuelle Qualitätsinspektion. Das Unternehmen entwickelt modulare Inspektionssysteme, die Fertigungsprozesse effizienter, präziser und wirtschaftlicher machen – von der Fehlererkennung über Vollständigkeitsprüfungen bis zur Logistik.

uEye XC

Verwendetes Modell: U3-36L0XC