Verlieren Sie nicht den Anschluss!

1. Schnittstellenwechsel - aber wann?

Im industriellen Umfeld dreht sich alles um Sicherheit, Produktivität und Beständigkeit. Verfahren und Anlagen unterliegen zahlreichen Zertifizierungen. Veränderungen werden von langer Hand geplant und getestet. Niemand lässt sich von den unbegrenzten Möglichkeiten einer noch unausgereiften Technik blenden. Skepsis gegenüber etwas Neuem liegt ohnehin in der Natur des Menschen. Die Optimierung von Prozessen und Abläufen lässt sich mit bekannter Technologie sowieso am besten planen.

Doch wann ist eine neue Technologie einsatzbereit? Wann besteht kein Risiko mehr, einem technologischen Blindgänger aufzusitzen? Ist bis dahin Zurückhaltung die richtige Lösung? Doch wo stünden wir heute, wenn wir uns nicht auf neue Technologien einließen? Könnten wir heute eine vierte industrielle Revolution einleiten, wenn wir uns auf Altbewährtem und dem Halbwissen Anderer ausruhen würden?

2. Technik im Wandel

Seit vor etwa fünf Jahren die ersten Kameras mit USB 3.0 Technik präsentiert wurden, hatte die neue Kameraschnittstelle ausreichend Reifezeit. Das erste Kräftemessen mit den bewährten digitalen Kameraschnitt-stellen in der industriellen Bildverarbeitung hinterließ ein deutliches Bild, das sich mit wenigen Worten darstellen lässt. USB 3.0 ist:

  • extrem schnell
  • industrietauglich
  • einfach zu handhaben
  • flächendeckend einsetzbar

Die konsequente Weiterentwicklung der USB-Schnittstelle hat dabei nur einen kleinen Teil ihres enormen Potentials offenbart.

Anfängliche Kinderkrankheiten wurden erkannt und sind bis heute längst beseitigt. Was übrig bleibt, ist eine ausgereifte Technologie, die heute in der Lage ist, die Vision Welt zu erobern. Es wird von heute auf morgen keine komplette Systemumstellung geben, denn auch große Ziele sind nur durch eine Anzahl kleiner Schritte zu erreichen. Doch eine Menge Gründe sprechen für einen sofortigen Wechsel zu USB 3.0.

  • USB 2.0 nähert sich dem Ende seines Produktlebenszyklus. Damit wird es immer schwieriger bzw. teurer, Hardware und Support zu bekommen.
  • 2012 führte Intel „Ivy-Bridge“-Prozessoren ein. Damit wurde USB 3.0 zur Mainstream-Schnittstelle
  • Aktuelle Chipsätze wie Intels „Sunrise-Point“ (Skylake Architektur) markieren einen weiteren Meilenstein. Das USB 3.0 Controller Interface (xHCI) vereint erstmals alle USB-Geschwindigkeitsklassen
    • Lowspeed (1,5 MBit/s)
    • Fullspeed (12 MBit/s)
    • Highspeed (480 MBit/s)
    • Superspeed (5 GBit/s)
  • Als Konsequenz werden keine USB 2.0-Highspeed-Controller (eHCI) mehr verbaut. „Neue Technik ersetzt alte Technik“. Neue Treiber müssen die alte Technik mitziehen.

Der Consumer-Markt treibt die neue Mainstream-Technik damit unweigerlich auch in die industrielle Umgebung.

3. Einfach überlegen - USB 3.0

Abbildung 1 – Nur mit USB 3.0 nutzen Sie die volle Performance moderner CMOS-Sensoren. USB 3.0 wird noch immer als Neuling im Feld der Kamera-Schnittstellen gesehen. Trotzdem ist schon allseits bekannt, dass die Technologie nicht nur einen deutlich höheren Datendurchsatz besitzt.

Einsatz moderner Sensoren

Tabelle 1 zeigt eine Übersicht von aktuellen Sensoren in IDS Kameras. Durch Begrenzen des maximalen Sensor-Pixeltakts kann die Sensorleistung an die Bandbreite der verwendeten Schnittstelle angepasst werden. Sinkt dabei die Bildrate zu stark ab, ist ein Betrieb mit der entsprechenden Schnittstelle nicht mehr sinnvoll.

Kamerahersteller müssen sich deshalb entscheiden, mit welcher Schnittstelle sie neue Sensoren kombinieren.

Tabelle 1

Die maximale Datenrate moderner Hochleistungssensoren können Sie nur mit USB 3.0 nutzen. USB 2.0 bzw. GigE funktionieren nur mit reduzierter Sensorbandbreite bzw. werden gar nicht eingesetzt.

Sensor

e2v
EV76C560

ON Semiconductor
MT9P006STC

CMOSIS
CMV4000-3E5C1PP

Sony
IMX174LQJ-C

Bildrate (1/s)

25,8

50

60

 

6,3

14,1

15,2

 

-

19

80

 

-

-

166

 

Auflösung

SXGA

QSXGA

4MP

2MP

Schnittstelle

USB2

GigE

USB3

 

USB2

GigE

USB3

 

USB2

GigE

USB3

 

USB2

GigE

USB3

 

Sensorbandbreite (MPixel/s)

35

71

86

 

43

96

104

 

-

84

344

 

-

-

480

 

"Die Anwendung bestimmt Ihr Kamerasystem, nicht umgekehrt!"

— Patrick Schick, Produkt Marketing Manager, IDS Imaging Development Systems GmbH —

Dabei wird natürlich berücksichtigt, was der Markt benötigt. Eine Kameraanwendung bestimmt das Kamerasystem und nicht umgekehrt. Damit ist in erster Linie der Bildsensor gemeint, dessen Möglichkeiten zur Anwendung passen müssen. Die notwendige Datenschnittstelle ergibt sich danach automatisch aus den Anforderungen an den benötigten Datentransfer. Moderne Sensoren finden daher keinen Weg in Kameras mit einer „alten“ Schnittstelle wie USB 2.0.

Auch das trägt zum Wandel bei, was die Anwender letztendlich zum Wechsel bewegen wird. Eine Lernkurve geht mit jeder neu eingesetzten Technologie einher. Eigene Erfahrung stellt einen unschätzbaren Vorteil dar. Spätestens dann, wenn bislang eingesetzte Technologien wegbrechen und Sie Alternativen benötigen.

Maximieren der Sensorleistung

Der direkte Vergleich zweier Kameras mit identischem Megapixel-Sensor (Bsp. e2v EV76C560) aber verschiedenen Schnittstellen zeigt deutliche Unterschiede in der maximalen Datenrate. IDS verkauft diesen Sensor schon längere Zeit als USB 2.0-Kamera UI-1240 in vielen Gehäusevarianten. Durch den Schnittstellenwechsel in die USB 3.0-Kamerafamilie darf derselbe Sensor endlich zeigen, was er wirklich kann. Mit der Nutzung des maximalen Pixeltakts steigt die Sensorbandbreite auf 86 Megapixel pro Sekunde. Durch USB 3.0 kann die maximale Bildrate des Sensors (60 Bilder pro Sekunde) ungedrosselt übertragen und somit in Ihrer Anwendung genutzt werden.

Reduzierung der CPU-Auslastung

Durch die asynchrone Kommunikation von USB 3.0 im Gegensatz zum bewährten „Pollen“ unter USB 2.0 muss der Hostcontroller nicht ständig nach neuen Daten fragen. Das zeigt sich auch in der deutlich niedrigeren CPU-Auslastung des Host-PC. Bei einem Test mit dem e2v Sensor ergibt sich bei der USB 2.0 Kamera eine 3x höhere CPU-Last als bei der USB 3.0 Variante, bei identisch eingestellten Kameraparametern. Das bedeutet mehr CPU-„Freizeit“, die Ihrer Anwendung jetzt für andere Aufgaben zur Verfügung steht.

4. USB 3.0 System – so funktioniert‘s

USB 3.0 vervielfacht die Bereitstellung von Bilddaten für Ihre Anwendung. Aber eine Datenübertragung im Gigaherzbereich benötigt eine geprüfte und zuverlässige Qualität aller zugehörigen Systemteile.

Eine USB 3.0-Kamera ist mit einem Formel 1-Rennwagen vergleichbar. Mit normalem Bleifrei läuft er weder rund, noch erreicht er Höchstgeschwindigkeit (Superspeed). USB 2.0 ist dagegen wie ein Mittelklassewagen. Mühelos überträgt jedes Kabel USB-Daten mit Highspeed. Die Qualität und Toleranz von Systemteilen spielen bei derart niedrigen Zielbandbreiten kaum eine Rolle. USB 2.0 selbst ist das Nadelöhr.

Die Performance eines USB 3.0-Superspeedsystems resultiert daher nicht nur aus einer bestimmten Kamera und dem dazugehörigen Treiberpaket in einem beliebigen PC-System. Die Aussage „Das System ist nur so gut wie sein schwächstes Glied“ trifft hier den Nagel auf den Kopf. USB 3.0 strebt nach einer Datengeschwindigkeit, die von allen Komponenten der Übertragungskette mitgetragen werden muss. Durch den großen Leistungssprung der USB-Technik sind alle Systemteile gefordert, ihre Leistung kontinuierlich ohne große Toleranzen bereitzustellen.

IDS unterstützt Sie bei der Auswahl des geeigneten Zubehörs und hilft Ihnen die Schwachstellen zu identifizieren und zu beseitigen. IDS empfiehlt und vertreibt deshalb nur hochwertiges USB 3.0-Zubehör, um einen reibungslosen Betrieb mit hoher Datenrate zu ermöglichen.

"Ihr USB 3.0 System ist nur so gut wie sein schwächstes Glied!"

— Patrick Schick —

Hochwertige Kabel sind Pflicht

Was heißt „hochwertig“ und warum ist das gerade bei USB 3.0 so wichtig? Dazu müssen Sie sich vor Augen führen, welche Aufgaben ein Kabel übernimmt und welche Anforderungen daran gestellt werden.

Das Kabel stellt eine steckbare, flexible und ausreichend lange Verbindung zweier Geräte her, um elektrische Signale bzw. Leistung verlustfrei zu übertragen.

Damit wirken auf ein Kabel sowohl mechanische als auch elektrische Herausforderungen. Wackelnde Stecker, abgeknickte bzw. abgerissene Kupferlitzen oder schlechte Signalleistung, um nur einige zu nennen.

Klassische kupferbasierte „passive“ Leitungen sind an physikalische Grundregeln gebunden. Diese machen es den Kabelherstellern oft nicht leicht, geeignete Kabel herzustellen, die allen Anforderungen genügen sollen. Kompromisse werden geschlossen!

Ein hochfrequentes Datensignal wie USB 3.0 (5 GHz) wird durch den physikalischen Leitungswiderstand geschwächt. Umso stärker, je länger die Kupferleitung und je kleiner der Drahtdurchmesser ist. Man spricht hier von der Einfügedämpfung („insertation loss“).

Die Reduzierung des Leitungswiderstandes kann durch die Vergrößerung des Leitungsquerschnitts erkauft werden. D. h. je dicker eine Daten-Kupferleitung innerhalb eines USB 3.0-Kabels ist, desto besser sind die Übertragungseigenschaften im Hochfrequenz-(HF)-Bereich. Der AWG-Wert (American-Wire-Gauge) kennzeichnet den Durchmesser einer elektrischen Leitung. Ein kleiner AWG-Wert steht für einen größeren Durchmesser und damit für einen geringeren Leitungswiderstand. Im Umkehrschluss wächst damit aber die Gesamtdicke des USB 3.0-Kabels, was es unflexibler macht und zudem die Steckermontage erschwert.

Kurz gesagt, bei der USB 3.0-Kabelproduktion kann auch sehr viel falsch laufen. Gerade billig und einfach produzierte Kabel für den Verbrauchermarkt weisen oftmals nicht die erforderliche Verarbeitungsqualität auf, um den Anforderungen im industriellen Umfeld zu genügen. Es kommt zu vermehrten USB-Übertragungs­fehlern bzw. Verbindungsabbrüchen. Die Folge ist eine Minderung der Übertragungsleistung (Bandbreite) bzw. eine instabile Verbindung.

Eine verminderte Übertragungsqualität kann sich dadurch äußern, dass sich trotz USB 3.0-Hardware eine Kamera beim Verbindungsaufbau mit dem Kamera­treiber nur als USB 2.0-Highspeed-Gerät meldet. Daran können die verwendeten USB-Ports mit ihrer internen Verkabelung schuld sein. Mehr dazu im Kapitel Der „richtige“ USB 3.0 Anschluss.

Kabellänge

Die USB 3.0-Spezifikation legt sich nicht auf eine maximale Kabellänge fest. Es wird dafür auf den Zusammenhang bzw. Kompromiss zwischen der Kabellänge und relevanten Hochfrequenzeigenschaften (Einfügedämpfung) bzw. dem Spannungsabfall (voltage drop) hingewiesen. Wer es schafft, mit dem Kabelaufbau diese Faktoren gering zu halten, kann auch längere, funktionierende Kabel herstellen.

In enger Zusammenarbeit unterstützt IDS die Kabelhersteller mit viel USB-Erfahrung bei der Entwicklung hochwertiger, effizienter Kabel. Dabei legt IDS auch Wert darauf, längere, passive Kabel für viele verschiedene Anwendungen anbieten zu können. Um dabei die Leitungsqualität beizubehalten, weisen die 5 m und 8 m Kabel technikbedingt einen höheren Leitungsquerschnitt auf. Mit starken Partnern an der Seite kann somit eine stabile Verbindung zwischen Kabel und Stecker gewährleistet werden.

Wenn Sie für Ihre Anwendung eine längere Kabelverbindung als 8 m benötigen, müssen Sie deshalb nicht auf eine andere Kameraschnittstelle wechseln. Aktive Glasfaserkabel übertragen USB 3.0-Daten auch über größere Distanzen bei gleichbleibend hoher Datenrate.

Abbildung 2

Abbildung 2 – Mit aktiven USB 3.0-Hybridkabeln von IDS sind USB 3.0-Verbindungen bis 50 m möglich.

IDS vertreibt fertig konfektionierte USB-Glasfaserkabel (Active Optical Cable – AOC) bis zu einer Länge von 50 m. Bei Bedarf einer größeren Leitungslänge können sie direkt gegen ein passives Kabel getauscht werden. Die erforderliche Elektronik für die Signalwandlung und -verstärkung ist direkt in die Steckverbinder integriert. Trotzdem sind die Stecker nur minimal länger und breiter als ihre passiven Pendants.

Neben der Glasfaserleitung ist noch eine kupferbasierte Stromleitung integriert. Deshalb spricht man von einem „Hybrid“-Kabel. Dadurch kann eine Kamera auch über ein AOC-Kabel direkt mit Strom durch den Host-PC versorgt werden. Die Versorgungsspannung wird dabei über den USB-Port des Host-PC bezogen. Sie versorgt sowohl die Kamera als auch die Kabel-Elektronik. Die Einspeisung der Leistung eines zweiten USB-Ports über ein optionales Y-USB-Kabel, sichert die Stromversorgung für energieintensive Geräte.

Der „richtige“ USB 3.0 Anschluss

Vorsicht: Selbst bei den ausdrücklich ausgezeichneten Superspeed-USB-Ports gibt es „schwarze Schafe“, die Ihnen den Spaß an USB 3.0 schnell nehmen.

Front-Ports sind im Inneren des PC durch Kabelbrücken mit dem Mainboard verbunden. Damit gelten dieselben Regeln, wie für Kabelverbindungen zwischen PC und Kamera.

Ungeachtet dessen trifft man hier trotzdem meist auf Kabelkonfektionen, die besonders USB 3.0 unverträglich sind:

  • Sehr schlechte Schirmung an den Stecker-Anschlüssen bzw. offen liegende Kabel-Litzen.
  • Zusätzliche Steckverbindungen zwischen Kamera und USB-Controller durch diese „Kabelverlängerungen“ wirken sich ungünstig auf die Signalqualität aus.
  • Eine ausreichende, stabile Spannungsversorgung auf diesen Ports ist fraglich.

Hinzu kommt, dass oft mehrere Front-Ports über denselben USB-Controller angeschlossen sind. Dadurch teilen sie sich die maximal mögliche USB 3.0-Bandbreite. Wenn Sie auf maximalen Datendurchsatz aus sind, sollten Sie daran nicht mehrere Kameras betreiben.

Back-Ports eines PC sind fest mit dem Mainboard verlötet. Kabel- bzw. steckerbedingte Schwierigkeiten sind hier nicht zu erwarten. Die Erfahrung zeigt aber, dass ihre Eigenschaften sehr stark mit der Vielzahl an Mainboards und den verwendeten Betriebssystemen variieren. Eine generelle Eignung für performante USB 3.0-Übertragungen können Sie deshalb nicht erwarten.

Dazu tragen auch die Chipsatztreiber bei. Da diese heute für weit mehr Hardwarekomponenten verantwortlich sind, als nur die USB-Controller, müssen sie für jede neue Prozessorgeneration gewartet und erweitert werden. Dabei sollen Treiber wartbar bzw. überschaubar bleiben, um systematische Softwarefehler zu vermeiden. Da ist es naheliegend, dass ältere Betriebssysteme nicht unbegrenzt mit Updates für neue Hardware versorgt werden. Gerade erst hat Microsoft die Unterstützung von Windows 7 für die aktuelle Skylake Prozessor-Architektur von Intel abgekündigt.

Das kann für Sie als Nutzer von USB-Kamerahardware in Zeiten des aktuellen Technologiewandels unter bestimmten Umständen zu unerklärbaren Effekten führen. Große Hersteller wie Microsoft, Intel oder AMD treiben ihre Produkte in den Markt und setzen damit nicht nur Verbraucherkunden in Zugzwang.

Abbildung 3 – Mit PCIe x4 Rev.2-Karten übertragen Sie parallele Datenströme von 4 USB-Kameras mit jeweils maximaler USB 3.0-Bandbreite über 4 separate USB Host-Controller.

 

Die Lösung: Durch die Verwendung von USB 3.0 PCI-Express-Einsteckkarten (Abbildung 3) haben Sie selbst Einfluss auf die Merkmale Ihrer USB 3.0-Ports. Über den internen PCI-Express-Bus statten Sie jedes Ihrer PC-Systeme mit genau den Anforderungen aus, die Sie benötigen:

  • Identische USB 3.0-Hardware für alle Systeme

  • Unabhängig von wechselnder PC-Hardware

  • Stabile Treibersoftware direkt vom Hersteller

  • Bekannte, lang verfügbare Hardwarequalität

  • Ausreichende Spannungsversorgung direkt über das PC-Netzteil

  • Maximale Datenbandbreite durch eigenen USB-Controller pro USB-Port

IDS testet und vertreibt aus diesem Grund USB 3.0 PCI-Express-Einsteckkarten, die diese Ansprüche erfüllen. Der Einsatz dieser Einsteckkarten reduziert mögliche Schwachstellen und Inkompatibilitäten auf ein Minimum und bietet Ihnen mehr Systemsicherheit durch die Referenz-Hardware.

Die Einsteckkarten bilden zusammen mit den hauseigenen uEye Kameras eine optimale und performante Basis für Ihr stabiles USB 3.0-Kamerasystem.

5. USB 3.0 Multikamera – It’s so easy!

Ein Multikamerasystem arbeitet mit einigen wenigen Kameras mit viel Datendurchsatz bzw. sehr vielen Kameras mit weniger Durchsatz pro Kamera. Auch hier bestimmt wieder die Art der Anwendungen, wie viele Kameras an einem Hostsystem mit welcher Bandbreite und welcher Kabellänge betrieben werden sollen.

Für den Aufbau eines Multikamerasystems gelten dieselben Spielregeln, wie sie vorangegangen für ein stabiles USB 3.0-Systems beschrieben wurden. Halten Sie sich an diese Vorgaben, sind keine besonderen Überraschungen zu erwarten.

Mit den von IDS angebotenen Systemkomponenten ist der Aufbau eines stabilen USB 3.0-Multikamerasystems sehr einfach. Auch in Verbindung mit aktiven Kabeln bis 50 m Länge ist im Multikamerabetrieb keine Einschränkung zu erwarten.

Beim Aufbau eines Multikamerasystems geht es in der Regel um zwei wesentliche Punkte:

  • Ausreichende Anzahl performanter USB 3.0-Ports im Host-System, um die gewünschte Datenbandbreite aller Kameras sicherzustellen.
  • Ausreichende Stromversorgung aller angeschlossenen Kameras für einen sicheren Betrieb.

USB-Controller stellen eine Verbindung der USB-Daten zum nahezu unbegrenzten Daten-Highway im PC-Inneren her. Pro Superspeed-Controller nutzen Sie einen kleinen Teil davon für Ihre Anwendung. Ist nur ein USB-Port mit einem Controller verbunden, steht einem einzigen angeschlossenen Verbraucher die volle USB  3.0-Bandbreite zur Verfügung.

Diese 1:1-Verbindung stellt die leistungsstärkste Konfiguration für eine Kamera dar. Je mehr solcher Einzel-Controller-Ports im System verfügbar sind, desto mehr kann ein Multikamerasystem von der Performance interner Datenschnittstellen, wie PCI-Express, profitieren. Die Bereitstellung dieser Controller-Ports erfolgt am besten durch die Verwendung der bereits beschriebenen USB 3.0 PCI-Express-Karten.

Benötigen Sie nicht die volle USB 3.0-Bandbreite für eine Kamera, können sich mehrere Datenlieferanten diese Bandbreite untereinander teilen.

1:n-Verbindungen bauen Sie mit USB-Hubs auf. Achten Sie darauf, dass an jeder Verteilerstelle eine ausreichende Stromversorgung für alle angeschlossenen Kameras bereitgestellt wird. Sogenannte aktive USB-Hubs sorgen mit separaten Netzteilen für diese Zusatzstromversorgung.

Abbildung 4 – Möglicher Datendurchsatz im USB 3.0-Multikamerasystem bei direkter und verteilter Nutzung.

Genau hier lauern aber auch die Fallstricke für eine Multi­kamera­anwendung. Sparen die Hersteller an den falschen Stellen, um den Preis zu drücken, ist die verbaute Hardware für eine Superspeed-Kameraanwendung falsch dimensioniert. Die Folge sind gelegentliche Spannungseinbrüche bis hin zur Spannungsunterversorgung. In allen Fällen ist ein stabiler Betrieb der Kameras nicht gewährleistet.

Aus diesem Grund hat IDS nur einwandfreie USB-Hubs ins Portfolio aufgenommen, die in allen Lastsituationen funktionieren. Damit stellt Ihnen IDS ausschließlich geeignete Komponenten für Ihr stabil funktionierendes, performantes Multikamerasystem zur Verfügung.

Damit Sie die beabsichtigte Übertragungsleistung jeder Kamera einhalten, muss der Anschlusspfad, bzw. die Bandbreitenaufteilung mit anderen Kameras überwacht werden. Die IDS Software Suite beinhaltet dazu nützliche Tools zur Unterstützung.

Abbildung 5 – Der IDS Kameramanager zeigt USB-Verbindungsparameter zu einer Kamera.

Im IDS Kameramanager wird für jede USB 3.0-Kamera ihre Übertragungsgeschwindigkeit und die Verbindungen über Hubs angezeigt (Abbildung 5). Damit verschaffen Sie sich ein genaues Bild der USB-Anschluss-Topologie der Kameras.

Die Performanceübersicht im uEye Cockpit hilft dagegen die Datenrate der Kameras optimal aufeinander abzustimmen, ohne das System zu überlasten.

Abbildung 5

6. Fazit

Der Wandel der Kameraschnittstellentechnik ist nicht aufzuhalten. USB 3.0 ist mittlerweile ausgereift und verbreitet sich unvorstellbar schnell. Für neue Anwendungsfälle mit modernen Sensoren ist es genau die richtige Datenschnittstelle.

Das Wissen und die Erfahrung um die USB 3.0-Technologie ist mittlerweile sehr stark gewachsen, was sich in der Weiterentwicklung von Kameras und Zubehör wiederspiegelt. IDS entwickelt und vertreibt seit etwa 12 Jahren Industriekameras mit USB-Technik und ist seit fünf Jahren auch Vorreiter für USB 3.0-Kameras mit entsprechendem Zubehör. Viele der Kameras sind bereits in einer verbesserten 2. Generation erschienen. Die zugehörige IDS Software Suite wird mit jedem neuen Sensor erweitert und kontinuierlich verbessert.

IDS ist damit ein starker Partner für USB-Kameras mit viel Erfahrung seit USB-Highspeed als Kameraschnittstelle erstmals eingesetzt wurde. „Machen Sie sich jetzt mit USB 3.0 vertraut!“

Die nächste Evolutionsstufe in Form von USB 3.1 mit 10 GBit/s und weiteren Neuerungen steht schon vor der Tür. Das Universaltalent „USB Typ-C“-Kabel ist der Türöffner, der bereits in unserer uEye LE Serie mit USB 3.0-Bandbreite verwendet wird. „Verlieren Sie nicht den Anschluss.“